piepmadame

Zähne putzen, Zähne putzen muss ein jedes Kind… 

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(Wir singen ja lieber: kann ein jedes Kind 😉)

Zu keinem anderen Thema bekomme ich so viele Fragen und verzweifelte Nachrichten von euch wie zum Thema Zähne putzen. Es scheint fast so, als hätte jedes Kind irgendwann mal ein Problem damit zu putzen – und vor allem geputzt zu bekommen. Ich möchte hier gerne meine Erfahrung mit euch teilen und euch unseren bedürfnisorientierten Weg beschreiben. Denn eines war für uns immer klar: mich auf mein Kind zu setzen, es sonst wie festzuhalten, ihm den Mund aufzudrücken und gewaltsam einen Gegenstand (die Zahnbürste…) einzuführen kam für mich nie in Frage. Nie. Die Assoziation zur Vergewaltigung liegt einfach zu nah, als dass ich das mit meinem Gewissen vereinbaren könnte. Es musste also anders gehen! … 

Zähne putzen – aber wie?!

Die Piepmadame hat eigentlich noch nie gerne oder gut Zähne geputzt – dabei haben wir wirklich jeden erdenklichen Tipp, den ich von Freunden oder auf Instagram bekommen habe, ausprobiert. Jeden!!

Wenn nichts mehr geht…

Und dann kam plötzlich die Phase, in der sie gar nicht mehr putzen wollte… (um den zweiten Geburtstag herum). Und wenn ich schreibe gar nicht, dann meine ich gar nicht. Sie hat geschrien, sich den Mund zugehalten, ist weggelaufen…

Das war verdammt schwer für uns alle! Aber festgehalten habe ich sie nie.

Also haben wir sie schweren Herzen und mit schlechtem Gewissen in Ruhe gelassen. Ich habe nur noch einmal pro „Putz“einheit gefragt, ob ich putzen darf und habe sofort ihr Nein akzeptiert – ohne betteln und bitten…

Immerhin hat sie noch selbst auf der Bürste herumgekaut.

Zusätzlich habe ich Xylit in unserem Umlauf gebracht, um ihre Zähne zu schützen: im Tee, damit gebacken und gekocht – und wenn sie mit Wasser spülen wollte, habe ich sogar das Wasser damit versetzt. Auch den Finger in Birkenzucker stecken und einfach abschlecken ist eine Möglichkeit und besser als gar nichts.

Und nach immer und immer wieder geduldigem Fragen und Abwarten (insgesamt ca. 2 Wochen), hat sie auf einmal Ja gesagt!!

Es mag sein, dass diese Lösung für euch nicht umsetzbar ist, weil ihr das wirkliche Nichts tun nicht aushalten könnt… – ich habe zu diesem Zeitpunkt allerdings keine andere gewaltfreie Möglichkeit mehr gesehen. Ich war erschöpft und verzweifelt, aber in meinen Augen gab es keinen anderen Weg mehr als einfach nicht zu putzen.

Endlich klappt’s!!!!

Mittlerweile putzt sie so „wie man sich das wünscht“ – erst alleine und dann dürfen wir immer nachputzen. Und zwar endlich richtig: mit Zahnpasta, geöffnetem Mund und 2 Minuten lang. Sicher, sie beschwert sich hier und da noch (vor allem wenn wir abends zu lange warten und sie dann zu müde ist), aber sie lässt es zu! Ich vermute es war eine Mischung aus Druck rausnehmen, Selbstbestimmung ermöglichen und ihrem Alter und damit einhergehendem Verständnis.

Vielleicht sollte ich aber noch erwähnen, dass wir all die oben genannten Tipps und Tricks bis heute brauchen und nutzen. Und das was gestern funktioniert hat, kann morgen schon ein Reinfall sein 😊 Das ist aber auch OK, weil ich verstehe schon, dass Zähne putzen so ganz allein für sich eine ziemlich fade Sache ist.

Kleiner Helfer: die Playbrush (Werbung)

Zusätzlich dürfen wir seit ein paar Woche die Playbrush testen – und sie gehört sicher mit zu den Tipps, die ich verzweifelten Eltern ans Herz lege (und die ich damals schon gern gehabt hätte!!). Die Playbrush ist bei uns nicht jeden Tag im Einsatz, einfach weil die Madame nicht sooo fixiert aufs iPad oder Handy ist und somit davon kein Reiz für sie ausgeht – aber wenn wir damit putzen, dann mehr als 2 Minuten lang! Weil ein Spiel nie genug ist. Wir haben begonnen sie zu benutzen, da war sie grad einmal 2,5 Jahre alt – und nein, sie kann es noch nicht komplett alleine. Das sehe ich aber als enormen Vorteil, weil sie, wenn es nicht so klappt wie es das Spiel verlangt, bittet mich zu putzen – Jackpot 😊 Denn das ist es ja, was ich eigentlich will: dass ich ihre Zähne putzen darf. Und das dann gleich 4, 6, 8 Minuten lang, perfekt!! Deswegen bekommt ihr von mir die Altersempfehlung ab 2 Jahren. Später dann helfen ihr die verschiedenen Spiele Apps mit den genauen Anweisungen und Statistiken („Putze weiter“, „Putze eine andere Seite!“, „Oben fertig geputzt!“ etc.) um ganz allein ein sauberes Ergebnis zu erzielen. Ja, das hier ist Werbung (Produkt kostenlos zur Verfügung gestellt, keine Bezahlung) – aber meine Empfehlung eine echte. Denn auch wenn die Playbrush das Kind nicht jeden Tag überzeugen kann, wenn sie es dann tut, macht sie einen super Job.


Unsere Zahnputzgeschichte bis zum heutigen zufriedenstellenden Ergebnis mit glücklichen Gesichter auf allen Seiten war ein wirklich harter Weg…

Meckern und auch mal weinen sowie Frust über das putzen sind zu verkraften – liebevoll begleitet bekommt das Kind dadurch sicherlich keinen Schaden. Ich finde Zähne sind zu schützen also muss das Kind hier auch mal.

Aber körperliche Gewalt anzuwenden… Da wird mir regelrecht übel – dieser Preis ist zu hoch! Deswegen hoffe ich sehr für euch und eure Kinder, dass ihr den einen oder anderen Tipp mitnehmen könnt, um euch das Zähneputzen etwas zu erleichtern.

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