Tragen und stillen und tragen und stillen…

Tragen und stillen waren die Eckpfeiler unser Beziehung in den ersten (fast) drei Jahren.

Ganz zu Beginn konnte meine Tochter gar nicht ohne Körperkontakt sein.

Lange Monate habe ich mich gewundert, dass andere Mütter ihr Baby kurz ablegen und aufs Klo huschen können. Oder sogar kochen mit in der Wiege schlummernden Kind!

Ich stand nur da, mit ihr in der Trage, wippend, summend, stillend. Ich habe so gekocht, gegessen, aufs Klo – alles. Nachts hat sie auf mir geschlafen.

Natürlich habe ich versucht, sie abzulegen. Nicht nur einmal. Ich habe uns sogar eine verflucht teure Schaukel gekauft, weil dadrin doch „alle“ Babys stundenlang alleine schlafen können. Doch wenn es gut lief, hat sie nach dem ablegen 20 min geschlafen (auf mir bis zu 1,5 Std – mehr sowieso nie).

Es lief aber selten gut: Sie ist eigentlich immer schon bei Verlust des Körperkontaktes wieder aufgewacht.

Trotz pucken, trotz Schaukel, trotz von mir getragenem Shirt neben ihr. Trotz einfach ALLER Tipps und Tricks, die man im Netz so finden kann. Monatelang.

Ich war oftmals sehr verzweifelt und so verdammt erschöpft!! Wenn dann obendrauf noch so schlaue Sprüche kamen wie: „Du verwöhnst sie ja total, die wird niemals ohne dich sein können!“ sind die Tränen nur so geflossen. Ich war so frisch Mama, ich kannte niemanden, der ein ähnliches Baby hatte und bedürfnisorientiert lebte und ich hatte Angst, dass es NIE WIEDER ANDERS werden wird, weil ich es „versaut“ hatte…

Aber es wurde anders. Von ganz allein.

Irgendwann konnte ich mich setzen sobald sie in der Trage eingeschlafen ist.

Irgendwann konnte ich abdocken, wenn sie schlief.

Irgendwann hat ihr mein Arm zum kuscheln gereicht.

Irgendwann lag sie plötzlich nur noch neben mir.

Irgendwann konnte ich die Zimmertür von außen schließen.

Sie hat mich mehr und länger gebraucht als ich es vorher hätte ahnen können.

Und jetzt schläft sie ohne stillen(!), ohne Körperkontakt, in ihrem Bettchen neben mir liegend ein.